Mein Umzug nach Innsbruck zu den Bergen in Tirol


Mein Umzug nach Innsbruck – wie alles begann…

Ich wurde 1984  in Hemel Hempstead, England, geboren. Von 2002 bis 2006 ging ich zur Universität in Southampton und lebte währenddessen die ganze Zeit dort. 2009 verschlug es mich urlaubsbedingt nach Australien, am Ende blieb ich ein ganzes Jahr dort. Meine Familie und Freunde waren mir immer sehr wichtig und obwohl ich sie wahnsinnig vermisste, ergab sich die Möglichkeit länger oder sogar für immer dort zu bleiben. Also versuchte ich ein Arbeitsvisum zu bekommen. Für diejenigen, die das nicht wissen: es ist ziemlich einfach ein einjähriges “Arbeits- und Urlaubs”-Visa zu bekommen, das ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Aber um länger bleiben zu dürfen, muss man ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Leider wurde mir das Visa verweigert und mein Traum dort zu bleiben, platzte.

Aber das war nicht das Ende der Welt für mich, denn es bedeutete auch, dass ich zu meiner Familie und meinen Freunden zurückkehren konnte und einen frischen Start in England hatte. Ich bekam einen Job in einer Medienproduktionsfirma, die Büros in Harpenden und London hatte. In London zu arbeiten war toll, es war extrem – in guter und schlechter Weise. Für mich überwiegten aber immer mehr die schlechten Dinge. Ich fühlte mich in England nicht zu Hause. Ich dachte immer, irgendwas fehlte dort.

Im Sommer 2012 zog meine Freundin und Geschäftspartnerin Helene Clara Gamper für vier Monate von Innsbruck nach London. Wir kannten uns schon vorher, weil wir gemeinsam an Musikprojekten arbeiteten. In jenem Sommer haben wir uns ineinander verliebt und seitdem sind wir ein Paar. Die Fernbeziehung begann und sechs Monate lang überlegten wir, was unsere Möglichkeiten waren um unsere Beziehung fortzuführen. Entweder würde Helene nach Hemel Hempstead ziehen, oder ein Umzug nach Innsbruck von meiner Seite oder wir müssten uns trennen. Letzteres war keine Option und Helene hatte ihr Grafikdesign-Business (HCG corporate designs), war etabliert und es lief richtig gut für sie in Innsbruck. Ich war in meinem Job in London unglücklich. Innsbruck schien also die beste Idee zu sein.

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Splitboarden auf dem Patscherkofel. Foto von Octavio Martínez Morales

Als ich das erste Mal in Innsbruck war

Ich liebe Snowboarden und Abenteuer im Freien, also war Innsbruck ohnehin eine Stadt, die ich unbedingt mal besuchen wollte. Im Oktober 2012 kam ich das erste Mal nach Innsbruck. Ich war schon ganz beeindruckt vom Verbindungsflug der Austrian Airlines von Frankfurt nach Innsbruck, weil man Mozart spielte, während man seinen Sitzplatz suchte. Nach der Landung am schnuckeligen, kleinen Innsbrucker Flughafen gab es erstmal nicht viel zu sehen von der wunderschönen Landschaft, weil es Nacht war. Aber meine ersten Eindrücke: vom Flughafenpersonal bis hin zum Taxifahrer, jeder schien cool und relaxed zu sein. Das hat mich sehr an meine Zeit in Australien erinnert, und auch an die Niederlande, also hatte ich ein gutes Gefühl.

Am nächsten Tag wachte ich im Paradies auf und schaute aus dem Fenster von Helenes Wohnung. Ich war überwältigt! Der Blick auf die Nordkette war unglaublich und ich war so aufgeregt, dass ich am liebsten sofort raufgefahren wäre.

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Innsbruck und die Nordkette im Herbst. Foto von Ashley Wiggins

Von der Stadt auf die Bergspitze

Wir verbrachten den Tag in der entzückenden Innenstadt/Altstadt und nahmen dann die Bahn rauf zur Hungerburg und dann die 6-minütige Fahrt rauf zur Seegrube, wo das Restaurant und das Ski-Areal der Nordkette sind. Es war absolut atemberaubend. Und auch heute noch, drei Jahre nach meinem Umzug nach Innsbruck, liebe ich es immer noch auf die Nordkette zu schauen, dort oben zu sein oder von anderen Gipfeln auf die Nordkette zu sehen. Ich fühle mich hier richtig zu Hause, als würden mir die Berge einen wohligen Willkommensgruß senden.

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Die schneebedeckte Nordkette. Foto von Ashley Wiggins

Das war der ausschlaggebende Moment. Obwohl ich mich nicht bewusst dazu entschied meinen Job zu kündigen und sofort hier her zu ziehen, wusste ich im Innersten, dass das eine Option war. Im Winter kam ich zwei Mal zurück um die wunderschönen Skigebiete im Umkreis von einer Stunde um Innsbruck herum zu erkunden. Es gibt hier so viele tolle Wintersportmöglichkeiten. Ein Highlight für mich war das Nachtrodeln im Zillertal. Sieben Kilometer voller Kurven und Spaß, 40 Minuten lang. Es gibt auch einige Gaststätten auf dem Weg für eine Einkehr zwischendurch. Ich war richtig fasziniert, denn so etwas hatte ich bislang noch nie erlebt. Auch heute fahre ich noch gerne hin, wirklich sehr zu empfehlen!

Umzug nach Innsbruck

Aber zurück zur Realität und zu meinem vorigen Job in England. Mich ließ der Gedanke nicht los den Umzug nach Innsbruck zu Helene durchzuziehen und ein neues Leben in Tirol zu beginnen. Ich dachte viel nach, besprach mich mit den Leuten, die mir nahe standen und nach ein oder zwei Monaten entschied ich, dass Innsbruck mein neues Zuhause werden würde! Das war die beste Entscheidung meines Lebens und ich bin sehr glücklich hier. Heute lebe ich zwischen Österreich und England, so bekomme ich das beste aus beiden Welten. Ich fliege regelmäßig nach England um Familie und Freunde zu besuchen, aber auch geschäftlich. Ich liebe London immer noch, vor allem die Lebendigkeit der Stadt und die Kunst- und Musikszene. Aber ich denke nicht, dass ich länger als ein paar Monate am Stück dort leben und arbeiten könnte. Jedes Mal, wenn ich in England bin, freue ich mich wieder zu den Bergen nach Innsbruck zurückzukommen. Vor allem jetzt mit Tirol Box und je länger wir daran arbeiten, desto mehr lerne ich über Tirol und entdecke viele neue schöne Dinge in Tirol.

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Ganz oben auf dem Hafelekar. Foto von Ashley Wiggins

Ashley Wiggins

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